Unsere Weihnachtsbücher für 2019
Ein Tag für Tag Quilt, No. 47

Tschüss Mikroplastik: Sisal-Putzschwamm zum Selbermachen

Das zuviel Plastik ein Problem ist wusste man ja schon lange, aber das Problem Mikroplastik ist mir erst in den letzten Monaten bewusst geworden. Plastikfrei einzukaufen ist aufwendig aber möglich, aber noch mehr kann man tun, wenn man auch zu Hause darauf achtet nachhaltige Materialien zu verwenden und so wenig wie möglich Kunststoffe zu verwenden.

Enter Putzschwamm. Die lösen sich ja durch Benutzung quasi auf, fallen irgendwann auseinander und sind komplett aus Kunstoff. Das geht doch besser (und schöner!!)

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Bei Pinterest war ich durch Zufall auf einen runden, gehäkelten Putz"schwamm" gestoßen, aber die Form fand ich doof und ausserdem konnte ich mir nicht vorstellen, das der richtig sauber macht.

Der Groschen fiel unter der Dusche: dort benutze ich nämlich schon lange statt Peelingduschbad (meistens voll mit Mikroplastik) einen Sisalhandschuh: wenn das Ding meine Haut schön sauber schrubbt, dann wäre doch ein kleineres Äquivalent perfekt für Töpfe und Pfannen.

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And der Form und dem Muster habe ich lange getüftelt: durch das spezielle Häkelmuster entstehen erhabene Rippen, die beim Schrubben helfen, so dass man nicht viel Kraft braucht.

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Für einen Sisal-Putzschwamm brauche ich ca 15 Minuten, so sind ruck- zuck ein paar an einem Abend gemacht, die zusammen mit einem Stück Marseiller Seife (wird oft auch in Papier oder Stoff eingewickelt verkauft) auch ein wunderbares Geschenk ergeben. Dazu noch ein Gläschen mit meiner Brettchen-Butter : super für Freundin, Nachbarin, Kollegen oder wenn man sonst beglücken will.

Doch zurück zu meiner Anleitung. Ihr braucht: 

  • Sisal-Bindfaden, am besten zwei Rollen, da doppelfädig gearbeitet wird (ich habe meine bei Mäc-Geiz gekauft, der im Link sieht genauso aus) 
  • Häkelnadel Größe 8 (möglichst aus Metall oder Plastik , auf jeden Fall stabil und glatt)

Bitte nehmt nicht aus Versehen Jutegarn: das ist zu weich! Ihr braucht wirklich Sisal, das man auch im Baumarkt findet. Mein Garn hat eine Stärke von ca. 1-2 mm und ist auch wirklich unregelmäßig in der Struktur.

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Und so gehts: 

  • Zuerst mit zwei Fäden 12 Luftmaschen anschlagen.
  • In der ersten Reihe in jede Luftmasche eine feste Maschen arbeiten (super beschrieben hier, für die die ein bisschen aus der Übung sind!),
  • wenden
  • in der nächsten Reihe die 11 festen Maschen in den hinteren Teil jeder Masche aus der Vorrunde häkeln
  • so Reihe für Reihe fortfahren bis der Putzschwamm schön quadratisch ist oder gern auch ein bisschen größer häkeln, ganz wie man mag, bei mir nach ca. 12-13 Reihen

Noch mal im Detail:

Immer in den hinteren Teil der Masche  (also nicht in die ganze Masche) einstechen, das ergibt die erhabenen Rippen:

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Das Sisalgarn ist ziemlich widerspenstig, also nicht zu fest häkeln. Am Ende der Runde fand ich es manchmal schwierig die dicke Nadel in die letzte Maschen einzustechen. Wenn es euch genauso geht behelft euch einfach mit einer dünneren Nadel (bei mir Größe 6):

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Faden mit der dünneren Nadel durchziehen und dann auf die dicke Nadel ziehen

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Spätestens ab der vierten Reihe sieht man das Rippenmuster auch sehr schön:

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Nach 12- 13 Reihen den Faden abschneiden, durch die letzte Masche ziehen und kräftig anziehen. Anschließend verstechen. Da keine meiner Näh- und Stopfnadeln dick genug für das Sisalgarn war, hab ich kurzerhand mit Hilfe einer dünneren Häkelnadel verstochen: einfach den Faden mit Hilfe der Nadel immer wieder von vorn nach hinten durch die Maschen ziehen. Wenn man dabei dich an den Maschen bleibt, kann man den Faden geradezu unsichtbar verstecken.

Das wars schon. Die Dinger halten am besten, wenn sie nach Gebrauch luftig abgelegt werden, damit sie trocknen können. Meine halten nun schon ohne sichtbaren Verschleiß ein paar Wochen, wenn sie irgendwann hin sind, können sie zum verrotten auf den Kompost. 

 

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Ciao, eure Marit

Kommentare

Ingrid

gute idee, dass mache ich auf jeden Fall nach, danke auch für die Tipps,

Tag für Tag

Gern liebe Ingrid, viel Spass beim Nacharbeiten!

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